Zu Gast in Grimboldseck

Es gibt wahrscheinlich vernünftigere Einfälle, als sich mitten im November in einem unmöblierten und (wesentlich wichtiger) unbeheizten Burggemäuer einzunisten um einmal mehr zwei Tage lang den Wahnsinn des Alltags hinter sich zu lassen und mit anderen Spinnern zumeist netten Leuten in phantastische Welten abzutauchen.

Aber wie sagte schon S. Chamfort so schön: „Durch die Leidenschaft lebt der Mensch, durch die Vernunft existiert er nur.“

Wärmende Flamme

Also wurde am Freitag Nachmittag die (diesmal deutlich übersichtlichere) Ausrüstung in die Pfundt’sche Truppentransport-Kutsche eingeladen und dann ging es über die nagelneue und kaum befahrene A73 bzw. A71 schnurstracks gen Norden. Schon irre, was die da im Rahmen des Projekts Deutsche Einheit mal eben mitten in die Landschaft gebaut haben. War zumindest das erste Mal, dass man ansatzweise das Gefühl hatte zu sehen, wo er denn hinrollt, der Solidaritätszuschlag…

Die Tannenburg – strategisch günstig irgendwo am Arsch der Waldfee gelegen und dem Bundesmichel bereits von einem Con vor vielen, vielen Jahren bekannt – kann sich wirklich sehen lassen. Ein durch und durch stimmungsvoller Rahmen mit freundlicher Burgbesatzung, einer lauschigen Burgschänke und natürlich hervorragender Verpflegung für die müden Reisenden.

Bei den anderen Spielern bot sich wie immer das bekannte Bild vom großen, bunten Zoo: viele nette und entspannte Menschen, die einige schöne Tagen fernab von Bankenkrise, Rekordverschuldung & Arbeitsalltag verbringen wollten, einige eher bemittleidenswerte Gestalten, die ihren Alltagsfrust durch die Darstellung von ganz furchtbar tollen und mächtigen Helden bewältigen mußten … und natürlich das gesamte Spektrum dazwischen.

Dummerweise für die Herren und Damen aus der „Ein-Mann/Frau-Armee“ -Fraktion kamen an dem Wochenende auf etwa 80 Spieler lediglich eine Handvoll NSCs, so dass es dann eher Essig war mit dem heldenhaften Kampf auf weiter Flur. Für unsere Gruppe – fähigkeitsmäßig wie gehabt jedem schimmligen Laib Brot hoffnungslos unterlegen – stellte das natürlich nur ein geringes Problem dar, wurden doch trotzdem bei jedem Ausflug vor der Burgtore Teile unserer Truppe ordentlich in Mitleidenschaft gezogen.

Truppe unterwegs

Ansonsten gab es da ja noch den Wald für Bruder Falk, dunkle Schatten für das schwarze Ding, eine schöne (aber eisig kalte) Bibliothek für Bruder Crüsan … sowie natürlich besagte Taverne, in der Morius und Elgor wie gewohnt ihren viel zu üppig ausfallenden Sold verprassten und sich zu fortgeschrittener Stunde tapfer an den Bodendielen festhielten.

Alles in allem ein schöner Con, insbesondere aufgrund einer ganzen Reihe von wirklich guten Spielern. An dieser Stelle ein Dank an die Krähen samt ihrer Eule (war Bruder Crüsan ein großes Vergnügen), an die gerüstete Kenderin (Hut ab vor Eurer Entschlüsselungsleistung, ihr solltet das Studium der Geheimschriften in jedem Fall fortführen!), die Kollegen vom Kosmischen Zentrum (Der Ingwer war WIDERLICH!), die Truppe mit dem vampirbiss-geplagten Mitstreiter (hoffe die Apfel-Zwiebel-Honig-Absinth-Mischung hat zu keinen Spätschäden geführt), die blinde Edeldame mit ihrem Begleiter sowie die Anführerin des Trupps an Gerüsteten, die sich jedesmal hinreißend verwirrt zeigte, wenn Bruder Crüsan auf die Frage nach Neuigkeiten seine wirr hervorsprudelnden Antworten gab.

Jetzt wird die Ausrüstung erst einmal sauber eingemottet, und mit Hochdruck auf den nächsten Sendetermin von Cassandra’s Run (siehe nächster Artikel) hingearbeitet … huzzah! Und falls Ihr Vorschläge habt, auf welchem Con man 2009 die Welt, die Bibliothek oder auch nur das ein oder andere Weinfaß retten kann … immer her damit! 😉

This entry was posted on Dienstag, November 18th, 2008 at 22:47 and is filed under Neues von der Horde. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

3 Responses to “Zu Gast in Grimboldseck”

  1. Gerrick von Windhausen Says:

    Wirklich eine wundervolle Zusammenfassung des Geschehens. Weitere Worte wären verfehlt. Ich sag nur schnell Danke für die netten Worte und freue mich auf ein Wiedersehen. Im namen des 4. Krähenschwarms ein lautes HACK!

  2. gnadiator Says:

    Saucooles Photo von der Lampe! Hast Du da in einem stillen Augenblick mal dran gerieben?

  3. Alamir-ai-khan Says:

    Jepp, habe ich!
    Aber wenn mein Wunsch nicht „Ich hätte gerne dreckige Finger!“ gelautet hat, scheint es nicht so ganz funktioniert zu haben… 😉

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