Festival Mediaval

Manche Ereignisse werfen einfach längere Schatten voraus als andere. So auch das Festival Mediaval im fränkischen Selb bei Hof nahe Arsch der Waldfee.

Rhiannon auf dem Festival Mediaval



Es war irgendwann im frühen Sommer 2007, als Anke und Marcus mit einer Mail auf ein gänzlich neues Festival hinwiesen, welches nach dem allzu schnellen Ende der Miroque-Abende auf Burg Rabenstein nunmehr wieder das Mittelalter im Fokus haben sollte. Also wurde flugs geschaut, ob der Termin denn günstig läge … und sich gewundert, warum ein Festival denn von Mittwoch bis Freitag gehen sollte, wie es der schlaue Terminplan schwarz auf weiß bestätigte.

Des Rätsels Lösung lag in der Jahreszahl … im Mai 2007 gefunden ging im ersten Moment  niemand davon aus, dass es sich tatsächlich um eine Ankündigung für September 2008 handeln könnte. Seitdem ist viel Wasser die Pegnitz hinutergeflossen und vor einigen Tagen war es nunmehr soweit und das Festival eröffnete auf dem Goldberg in Selb seine Pforten.

Der erste Eindruck war durchaus positiv: ein nahe gelegener Zeltplatz, entspannte Securities, ein schönes Gelände mit buntem Markt unter einer Vielzahl von Bäumen und zwei Bühnen in entspannter Laufreichweite von einander. Das anwesende Völkchen besteht von Beginn aus einer bunten Mischung an die hard Reenactmentfans, bunt zusammengestellten LARPern, diversen Schwarzkitteln, den trotz eisiger Temperaturen DomWill-like oberkörperfrei umherhüpfenden Vertretern der Met & Miezen-Fraktion sowie einige weniger Eingebore … Einheimische, die sich trotz des gepfefferten Eintritts das Spektakel einmal genauer ansehen wollten.

An Bands gibt sich fast alles die Ehre,

was in der Mittelalter-Szene Rang undSie war's, sie war's ... er war's, er war's!



Namen hat … und daneben noch der

ein oder andere Neu-Zugang, der teils

begeistert, teils eher für unfreiwillige

Unterhaltung sorgt. Gewohnt gut sind

die Streuner, Estampie, Faun & auch

Ougenweide. Hingegen beweisen

Saltatio Mortis einmal mehr, dass sie

hre Hochzeit lange hinter sich haben

und auch meine alten Lieblingsheroen

Subway to Sally sind nurmehr ein

Schatten der Flamme, die ich von

früher in Erinnerung habe.

Dafür machten etwa Runkel, Rhiannon

oder auch die spanischen LURTE eine

Menge Spaß. Letztere weniger

aufgrund ihres musikalischen

Geschicks (ja, man kann mit neun

Musikern in zwölf verschiedenen

Takten spielen) sondern vielmehr

aufgrund der spaßigen Ansagen. Egal

ob „Thiss isss a Rumba sssong! You

have to dance with enerdschieee!“

oder „The next sssong is very

heavyyy!“ … der nachfolgende Song

klang stets exakt wie alles vorher

auch. Nicht ganz richtig in Sachen

Tonhöhe und Takt, aber immerhin mit

viel Brusthaar & laut … und eine

lustige Toy Dolls-Coverversion haben

sie immerhin auch noch geboten.

Hätte Petrus die Heizung etwas angedreht und es nicht tagein, nachtaus bei etwa 8 Grad belassen, es hätte ein absolut denkwürdiges Festival werden können. So war es ein schönes WoEn mit netten Bekannten, viel heißem Chai Tee & dem ein oder anderen tiefsinnigen Gespräch zu später Stunde, das einem die Augen für dieses lustige Konstrukt namens Leben mit all seinen Fallstricken wieder etwas mehr göffnet hat.

Mal schauen, ob es nächstes Jahr eine Neuauflage geben wird! Huzzzah!

This entry was posted on Montag, September 29th, 2008 at 22:26 and is filed under Neues aus der Gruft. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can skip to the end and leave a response. Pinging is currently not allowed.

4 Responses to “Festival Mediaval”

  1. Karin Says:

    Ui, da kam der Bericht ja schneller als gedacht 😉 Ich dachte, ich setz hier auch mal direkt was rein. Wart Ihr mit denn Zelt da? Ich hatte glaub‘ gelesen, man habe vor extra Campingmöglichkeiten zu bieten. Wenn ja, habt ihr bei 8°C mein vollstes Mitleid.

  2. Alamir-ai-khan Says:

    Huzzah!

    Jepp, wir waren mit dem Zelt da & haben auch auf genau jenem besagten Zeltplatz unsere „Hütte“ aufgeschlagen. Wobei es nachts im Schlafsack mit den Temperaturen gar nicht so schlimm war (zumindest nicht bis zu dem Moment, als man morgens raus aus dem Schlafsack und rein in die eisig-kalte, leicht klamme Lederhose musste).

    Störender war die Kälte wirklich tagsüber, nachdem Du ja durchgehend an der frischen Luft bist & auch mal ne Stunde bei Konzerten stehst oder sitzt. Teilweise ließ es sich mit Decken und heißem Tee ganz gut erträglich gestalten, aber ab und an mit Nieselregen und kaltem Wind hat man sich schon gefragt, ob Petrus vielleicht was gegen Dudelsack-Musik hat … *g*

  3. Elleth Says:

    Ach schau an Selb bei Hof 😉 Da wird man ja fast melancholisch

  4. Alamir-ai-khan Says:

    Yeah, Heimatgefühle?!
    Wobei „Selb bei Hof“ geographisch gesehen schon relativ frei interpretiert ist … und dass Selb noch eine Stufe mehr Arsch der Waldfee ist, versteht sich ohnehin von selbst. 😉
    War trotzdem ein schönes Festival … oder vielleicht auch gerade drum.

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